UserOnline

Archiv der Kategorie 'Theatermonologe'

Faust

am 23. Juli 2009 unter Theatermonologe abgelegt

Faust Monolog

Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh’ ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Heiße Magister, heiße Doktor gar,
Und ziehe schon an die zehen Jahr’
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum -
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.
Zwar bin ich gescheiter als alle die Laffen,
Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;
Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel -
Dafür ist mir auch alle Freud’ entrissen,
Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,
Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
Die Menschen zu bessern und zu bekehren.
Auch hab’ ich weder Gut noch Geld,
Noch Ehr’ und Herrlichkeit der Welt;
Es möchte kein Hund so länger leben!
Drum hab’ ich mich der Magie ergeben,
Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
Nicht manch Geheimnis würde kund;
Daß ich nicht mehr mit sauerm Schweiß
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,
Schau’ alle Wirkenskraft und Samen,
Und tu’ nicht mehr in Worten kramen.

“Was Ihr wollt”-W.Shakespeare

am 12. Mai 2009 unter Theatermonologe abgelegt

aboutpixel.de

Twelfth Night, or What you will, 1601.
Von William Shakespeare.
«Ich thue etwas, und weiß selbst nicht was; ich besorge, ich besorge, meine Augen haben mein Herz überrascht! Schiksal, zeige deine Macht: Wir sind nicht Herren über uns selbst; was beschlossen ist, muß seyn, und so sey es dann!»
______________________________________________
Der Inhalt

Durch einen Schiffbruch wird Viola von ihrem Zwillingsbruder Sebastian, der ihr täuschend ähnlich sieht, getrennt. Um Gefahren zu entgehen, kleidet sie sich in Männertracht und nimmt unter dem Namen Cesario Dienste bei dem Herzog Orsino von Illyrien. Orsino hegt eine unerwiderte Liebe zu der schönen Gräfin Olivia. In Trauer um ihren Bruder hat sich Olivia von der Außenwelt abgeschlossen. Nur mit Mühe gelingt es Cesario-Viola, als Bote des Herzogs bei ihr vorgelassen zu werden. Olivia ist von Cesarios Anblick bewegt, ihr Herz beginnt für den Jüngling zu schlagen. Sie gesteht ihm auch ihre Liebe, die er - Viola - natürlich zurückweisen muss.
Während Olivias Zurückgezogenheit führt ihr Oheim Tobias im Hause das große Wort. Das ist ein Schlemmer, immer zu den tollsten Streichen aufgelegt. Er düpiert den geckenhaften, beschränkten Junker Christof von Bleichzwang, der sich mit seiner Bewerbung um Olivia an Tobias gewendet hat. Im Verein mit Olivias lustigem Kammermädchen Maria und dem witzigen Narren Feste führt Tobias mit dem aufgeblasenen Haushofmeister Malvolio eine ergätzliche Komödie auf, indem er diesem einen Brief in die Hände spielt, dem Malvolio entnehmen muss, dass Olivia ihn liebe. Der eitle Haushofmeister steckt sich darauf in eine Tracht, die ihn ganz der Lächerlichkeit preisgibt, sucht mit Mienen und Gesten Olivia seiner Liebe zu versichern und beträgt sich dabei so albern, dass man ihn schließlich für verrückt hält und einsperrt, was aber das Spiel der lustigen Kumpanei durchaus nicht beendet. - Zufällig stößt Olivia auf den ebenfalls aus dem Schiffbruch geretteten Sebastian, hält ihn durch seine Ähnlichkeit für den geliebten Cesario, findet hier Gegenliebe und lässt sich mit ihm trauen.

Hiervon unterrichtet,gibt sich Cesario zu erkennen, nachdem Olivias Hausgenossen durch die Verwechslung der Geschwister auch düpiert worden sind, denn Christof von Bleichzwang, durch Tobias aufgehetzt, hat den vermeintlichen Nebenbuhler Cesario gefordert, bekommt Mut, als er dessen weibliches Zurückziehen für Schwäche hält, läuft dabei aber dem Sebastian in die Hände und wird von diesem bös zugerichtet.

Als Mädchen gekleidet, gewinnt dann Viola durch ihren Liebreiz das Herz und die Hand Orsinos.

“Tod eines Handlungsreisenden”-Arthur Miller

am 11. Mai 2009 unter Theatermonologe abgelegt

aboutpixel.de
Inhaltsangabe:

Seit sechsunddreißig Jahren arbeitet Willy Loman als Handlungsreisender. Inzwischen ist er dreiundsechzig und hat es immer noch nicht zu Erfolg und Anerkennung gebracht – anders als sein Bruder Ben, ein reich gewordener Abenteurer. Mit seinen jüngeren Kollegen kann Willy Loman nicht mehr mithalten. Weil er überanstrengt am Steuer sitzt, überfährt er einmal beinahe eine Frau. Als ihm das Unternehmen dann auch noch unerwartet kündigt, ist Willy Loman nicht in der Lage, sein Scheitern einzugestehen, sondern er versucht verzweifelt, den Schein aufrechtzuerhalten und tut gegenüber seinen Söhnen so, als wäre er weiterhin ein tüchtiger und allseits beliebter Verkäufer. Um sein angebliches Gehalt zeigen zu können, leiht er sich sogar Geld. Insgeheim flüchtet er sich in Tagträume und hängt seinen Wunschvorstellungen aus der Vergangenheit nach.

Aus dieser Perspektive verachtet Willy Loman seinen jüngeren Sohn Happy, aus dem ein angepasster kleiner Angestellter und verantwortungsloser Schürzenjäger geworden ist, denn er hält ihn für einen Schwächling und Verlierer. Für Biff, den älteren der beiden Söhne, war Willy Loman früher ein Vorbild gewesen – bis er ihn bei einem Ehebruch ertappt hatte. Da brach Biffs Weltbild zusammen, und statt ein erfolgreicher Football-Spieler zu werden, verkam er zu einem Gelegenheitsarbeiter.

Biff hat seinem Vater den Seitensprung nicht verziehen, liebt ihn jedoch unbewusst noch immer und täuscht darüber mit aggressivem Verhalten hinweg. Obwohl er von seiner liebevollen Mutter Linda erfährt, dass der Vater arbeitslos geworden ist und Selbstmordgedanken geäußert hat, deckt er rücksichtlos dessen Lebenslüge auf. Dadurch kann Willy Loman sich schließlich nicht länger über sein Scheitern sowohl als Vater als auch im Beruf hinwegtäuschen.

Um seinem Leben doch noch einen Sinn zu geben, verfällt er auf den Gedanken, sich durch einen vorgetäuschten Autounfall zu töten. Wenn die Familie dann das Geld von der Lebensversicherung ausgezahlt bekommt, so stellt Willy Loman es sich vor, werde sie ihn endlich anerkennen. Und mit dem Startkapital könne Biff eine Traumkarriere machen.

Kritik:

Der Handelsvertreter Willy Loman zerbricht an einem inhumanen Wirtschaftssystem, in dem es nur auf den materiellen Erfolg ankommt. Arthur Miller (1915 - 2005) entlarvt den “American Dream” als Trugbild, denn die Tragödie des Protagonisten steht für eine gescheiterte Gesellschaftsordnung. Das Bühnenstück “Der Tod des Handlungsreisenden” ist ein Appell, nicht nur auf den beruflichen und finanziellen Erfolg zu starren, sondern sich auf Werte wie Liebe, Familie, Solidarität und Mitmenschlichkeit zu besinnen – auch wenn dies nicht gesellschaftskonform ist.

Für das am 10. Februar 1949 in New York uraufgeführte Drama “Der Tod des Handlungsreisenden” erhielt Arthur Miller den Pulitzer-Preis.

Das Bühnenstück wurde 1951 von Laszlo Benedek mit Fredric March in der Hauptrolle verfilmt “Tod eines Handlungsreisenden”. Nach einer gefeierten Broadway-Inszenierung von 1984, in der Dustin Hoffman mehr als zweihundertfünfzig Mal als Willy Loman zu sehen war, taten sich Volker Schlöndorff, Arthur Miller und Dustin Hoffman zusammen und schufen ein Remake des Films: “Tod eines Handlungsreisenden”.

1992 inszenierte Arthur Miller selbst noch einmal eine Aufführung seines Dramas in Stockholm.